Alman Basını Satranç Ligimizi Konuşuyor

Almanya'nın yazılı basınında ilk kez Türkiye İş Bankası Satranç Ligi ile ilgili bir haber yayınlandı. Almanya'nın en yüksek tirajlı satranç dergilerinden Schach Magazin 64'ün Eylül sayısında yayınlanan haberi, Satranç Club 2000'in başkanı Güven MANAY hazırladı.

Haberin başlığı "TÜRKEI: Aufstrebende Liga am Schachhorizont" "TÜRKİYE: Satranç Ufuğunda Yükselen Lig". Haberde, Türkiye'de satranç sporunda son yıllarda gerçekleşen olağanüstü gelişmelerden övgüyle bahsediliyor ve Türkiye Satranç Federasyonu'nun bu konudaki büyük başarısına değiniliyor.

Haber, hem oyun analizlerini, hem de Almanya'dan lige katılan bir gurbetçi oyuncu (Ufuk Tuncer) ile kısa bir söyleşi içeriyor. Bu söyleşide FM Ufuk Tuncer, federasyon çalışmalarını sürdürürse, Türk Satrancı için parlak bir gelecek ihtimalini son derece yüksek görüyor. Haberde ek bilgi olarak, ligin tarihcesi ile en iyi sporculardan bahsediliyor.

Kaynak :
http://www.holigan.com.tr/NewsDetail.php?news_id=1389
Uğur DEMİRKIRDI, İstanbul DHA

ORJiNAL HABER









 

 

 

 




Die Liga verfügt über einen Aufbau, der in dieser Form sicherlich bemerkenswert ist: Gespielt wird an 10 Brettern, wobei für die ersten vier Bretter keinerlei Einschränkungen bestehen. Das fünfte Brett ist das Frauenbrett, das sechste Brett ist das U20-Jugendbrett. Die Bretter sieben und acht  werden von zwei U16-Spielern (männlich und weiblich) besetzt und die Bretter neun und zehn wiederum sind für zwei U14-Spieler (m + w) reserviert. Die Jugendbretter werden in diese Mannschaften mit aufgenommen, um einen noch höheren Anreiz zur Jugendarbeit zu bieten. Laut des Vorsitzenden des türkischen Schachverbands (und stellvertretenden FIDE-Präsidenten) Herrn Ali Nihat Yazici ist für die nächste Spielzeit geplant, die Liga um eine zusätzliche, noch jüngere Altersklasse zu ergänzen, um diesen positiven Effekt für die Jugendarbeit weiter zu verstärken.

Die ersten beiden Mannschaften qualifizieren sich für den Europapokal, die letzten vier Mannschaften steigen in die zweite türkische Liga ab. Es besteht auch eine Ausländerbeschränkung auf bis zu drei Spieler pro Mannschaft. Insgesamt treten 16 Mannschaften in der Liga gegeneinander an. Die Bedenkzeitregelung ist bei 90/30. Dies bedeutet, dass man zu Beginn 90 Minuten Bedenkzeit für die Partie hat und mit jedem Zug 30 Sekunden dazu erhält.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der komplette Ligabetrieb in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum und an einem einzigen, zentralen Spielort durchgezogen wird: Die letzte Saison fand vom 23. Juni bis zum 3. Juli 2008 im Greenpark Resort Hotel bei Izmit Kartepe (östlich von Istanbul) statt. Die umgebende Anlage wird oftmals auch als Trainingslager für türkische Fußball-Erstligisten genutzt.

 

Historie der ersten türkischen Schachliga:

Saison / Meister

    1995-1996   Satranç Gelistirme Merkezi

    1996-1997   TED Ankara Kolejliler

    1997-1998   Konya Yapi Spor

    1998-1999   Kayseri DSI Spor

    1999-2000   Kayseri DSI Spor

    2000-2001   TED Ankara Kolejliler

    2001-2002   ITÜ Spor Kulübü

    2002-2003   TED Ankara Kolejliler

    2003-2004   Eczacibasi Spor Kulübü

    2004-2005   Eczacibasi Spor Kulübü

    2005-2006   Eczacibasi Spor Kulübü

      2006    Besiktas Jimnastik Kulübü

      2007    Besiktas Jimnastik Kulübü

Endstand 2008

Platz; Mannschaften MP  BP

1. Adana Truva Satranç

30

108,0

2. Manisa Doruk Koleji

26

101,5

3. Türk Hava Yollari

26

98,5

4. Servergazi Belediye

20

90,0

5. Besiktas Jimnastik

20

89,0

6. ISEK Aquamatch

18

84,5

7. Tarsus Zeka

17

81,5

8. Denizli Erbakir

15

76

9. Istanbul TÜ

15

71

10. Bursa Tophane

12

67,5

11. Antalya Çallispor

11

62

12. Pamukkale ÜSK

10

62

13. Mersin Ezgi

7

58

14. Antalya Deniz Gençlik SK

7

53,5

15. TED Ankara Kolejlirer

6

54,5

16. Selçuk Üniversitesi

0

42,5

 

Beste Einzelspieler

Der erfolgreichste Spieler der ganzen Liga war der bulgarische Großmeister Vasil Spasov mit 7 Punkten aus 9 Partien an Brett 1. Sein Verein Bursa Tophane Meslek Lisesi konnte sich zwar nur im oberen Mittelfeld platzieren, aber immerhin. Ohne den starken Bulgaren wäre es vielleicht knapp geworden mit dem Klassenerhalt.

Spasov produzierte eine der spektakulärsten Partien der ganzen Meisterschaft.

In der folgenden Partie „kroch“ der Anziehende ganz unauffällig in die gegnerische Stellung. Beachten Sie das einfache, aber wirkungsvolle Turmmanöver zum Schluss.

Französisch C 01
E. Safarli (Adana Truva)
A. Ölcayöz (Besiktas Jimnastik)
1. e4 e6 2. d4 d5 3. exd5 exd5 4. c4 Sf6 5. Sc3 Le7 6. Ld3 0–0 7. Sge2 c6 8. 0–0 dxc4 9. Lxc4 Sbd7 10. Lb3 Sb6 11. Te1 Sbd5 12. Sf4 Lb4 13. Dd3 Dd6 14. Sfxd5 Sxd5 15. Ld2 Dg6 16. Dxg6 hxg6 17. a3 Sxc3 18. bxc3 Ld6 19. Lg5 Lc7 20. h3 La5 21. Tac1 Ld7 22. Te7 Tad8 23. Td1
23. Txf7 Txf7 24. Lxd8 Lxd8 wäre kein gutes Geschäft für Weiß. 23. …Lb6 23. …Lxc3 24. Txf7 Txf7 25. Lxd8 24. Td3 Kh7 25. Tf3 f5 26. Tf4 und plötzlich ist das Matt nicht mehr zu verhindern. 1:0

Der turkmenische Nationalspieler Han¬dszar Odeev ist ein Globetrotter, der auch bei deutschen Open anzutreffen ist. Mit seinem hyperscharfen Stil balanciert er oft am Abgrund, führt aber oft auch schnelle Entscheidungen herbei.

 

Sizilianisch B 27
H. Odeev (Pamukkale Üniversitesi)
A. Duman (Mersin Ezgi)
1. e4 c5 2. Sf3 g6 3. d4 cxd4 4. Dxd4 Sf6 5. e5 Sc6 6. Da4 Sd5 7. De4 Sc7 8. Sc3 Lg7 9. Lf4 0–0 10. 0–0–0 Tb8 11. h4 b5 12. h5 b4 13. hxg6

Wie man sich schon denken kann, geht das Schlagen auf c3 nicht gut. Weiß gewinnt mit dem geradlinigen Angriff 13. …bxc3 14. gxf7+ Txf7 (14. …Kxf7 15. Df5+ Ke8 16. Dh5+ Tf7 17. Sg5) 15. Dxh7+ Kf8 16. Lh6!, drohend Dh8 matt. 13. …hxg6 Nun sprach nichts gegen 14. Sd5, aber der Partiezug ist zumindest aufregender. 14. Le3?! Aufregender ja, aber nicht besser. Weiß kommt zwar in Vorteil, versäumt aber einen schönen Abschluss 14. Lc4! e6 (14. …bxc3? 15. Dxg6 nebst Matt.) 15. Lg5 f6 16. Dxg6 fxg5 17. Th7 Tf7 18. Tdh1 mit Mattangriff. 14. …bxc3 15. Dh4 f6 Einfach ist 15. …Te8? 16. Dh7+ Kf8 17. Lh6, und matt 16. Dh7+ Kf7 17. Ld3 Tg8 18. Lxg6+ Kf8 19. exf6 exf6 20. Lc5+ Se7

Der weiße Angriff ist stark, was aber nicht heißen soll, dass der Anziehende schludern darf. Genau dies tat er aber jetzt und hätte danach beinahe die Partie noch verloren. Der Gewinn war wie folgt zu erreichen: 21. Td6! cxb2+ 22. Kb1 (droht Txf6+ und Matt) 22. …Se8 23. Te1 Sxd6 (Oder 23. …Tb7 24. Txe7 Dxe7 25. Lxe8 Kxe8 26. Tc6! und gewinnt.) 24. Lxd6 Lb7 25. Sg5!, und gegen die Schlussattacke Dh2 nebst Sh7 matt ist keine zufriedenstellende Verteidigung in Sicht. Aber Weiß spielte 21. The1? wonach seinem Kapitän möglicherweise der Atem stockte. 21. …d6? Schwarz geht an seiner Chance vorbei, die Partie noch „umzudrehen“: 21. …cxb2+ 22. Kb1 Sb5, mit der Mattdrohung …Sc3 verbunden, weswegen z. B. 23. Lxe7+ an …Dxe7 scheitert. Weiter könnte folgen 23. Lb4 Th8 24. Txe7 Sc3+ 25. Lxc3 Dxe7 26. Te1 Dxe1+ 27. Lxe1 Txh7 28. Lxh7 Lb7 mit einem für Schwarz gewonnenen Endspiel. 22. Txd6 Jetzt ist es vorbei. 22. …cxb2+ 23. Kb1 Le6 24. Txd8+ Txd8 25. Lf5 Td5 26. Lxe7+ Kxe7 27. Dxg8  1:0

Wie es einmal ein Mannschaftsführer in der deutschen Bundesliga formulierte: „Noch so ein Sieg und ich kriege einen Infarkt.“

 

Auszug aus "Türkei: Aufstrebende Liga am Schachhorizont", erschienen in SCHACH MAGAZIN 64, 9/2008

 

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Tarih 09 09 2008 / Dr.M. Ajlan UÇaR